Tanztunnel Dorrenberg

Vom 06. bis 14. September haben unter der Anleitung von Sabine Bazan 20 WuppertalerInnnen in einem ersten Schritt den Dorrenbergtunnel mit wunderschönen Tanzszenen bemalt. Das Eingangsschild zum Wuppertaler Tanztunnel wird zur Zeit gefertigt.

Wuppertal ist ein bundesweit bekanntes Zentrum des Tangotanzes. Jede Woche kommen aus ganz NRW und dem benachbarten Ausland Tänzer, um die verschiedenen Tangosalons der Stadt aufzusuchen. So wird alljährlich in Wuppertals Historischer Stadthalle Europas größter Tangoball mit 800 bis 1.000 Besuchern veranstaltet. www.tango-tango.de

Inzwischen kann man an jedem Abend der Woche irgendwo in der Stadt Tango tanzen. Trotzdem gibt es bisher im Sommer kaum Möglichkeiten, draußen zu tanzen, was in anderen Städten längst gang und gäbe ist. Der sporadisch durchgeführte Open-Air Tango auf dem Platz vor der Ruhmeshalle / Haus der Jugend Barmen leidet unter dem Verkehrslärm der anliegenden Bundesstraße 7.

Der Dorrenbergtunnel, 175m lang, zwischen Ottenbrucher und Mirker Bahnhof mitten in der Nordstadt gelegen, bietet ideale Voraussetzungen als Tanztunnel. Sein Westende liegt, romantisch zugewachsen, schallsicher für Anlieger (Friedhof ,Brillerstr, und Autobahn) und Tänzer, versteckt in einem Geländeeinschnitt ca. 15 min entfernt von ADA und Caribe, zwei Zentren argentinischer bzw. kubanischer Musik und Tanz in Wuppertal und über die Region hinaus bekannt. Auf dem Tunnelkopf oben befindet sich eine weitere Gaststätte mit großer Außengastronomie. Auf der Trasse vor der Tunnelmündung, von der Abendsonne beschienen, können abends unproblematisch Open-air Tanzveranstaltungen organisiert werden, bei trockenem Wetter vor, bei unsicherem Wetter im Tunnel.

Die Tunnelmündung endet ca. 80 m vor der Briller Straße an der Autobahnausfahrt Katernberg, unter dem Niveau der Briller Straße, sodaß sich von der Brücke Briller Straße aus ein Blick in eine Art grünes Amphitheater ergibt. In diesem Bereich kann die Trasse ohne Mehraufwand verbreitert werden, um eine großzügige Tanzfläche auszubilden.

An der Briller Straße selbst befinden sich beidseitig Parkplätze, ebenso gibt es in 30m Entfernung einen großen Aldiparkplatz. Hier ist ohnehin ein Trasseneinstieg vorgesehen, so dass auswärtige Besucher des Tanztunnels nur von der Autobahn herunter umgehend einen Parkplatz anfahren müssen, um ohne Anwohnerstörung zur Veranstaltung zu gelangen. Das Thema Toiletten ist leicht mit einem der Toilettenwagen zu lösen, die ohnehin für Sommerfeste an der Trasse angeschafft werden müssen.

Als besonderer Glücksfall konnte die Fürtherin Sabine Bazan zur Ausgestaltung des Tunnels gewonnen werden. Als Malerin und Grafikerin, die das Thema Tanz in ihren Arbeiten bereits seit vielen Jahren bearbeitet, scheint sie prädestiniert für die Aufgabe. So könnte ihr "Cubanisches fresco 2003" sofort als Vorlage für Malereien im Tanztunnel dienen. Auch als Malerin zum Thema Tango hat sie sich bundesweit etabliert.

Gedacht wird hierbei nicht an eine vollflächige Malerei der ganzen Tunnelröhre (175m!), sondern an eine Gestaltung der westlichen Tunnelmündung ca. 15-20 m tief. Hier wiederum sollte - anders als beim projektierten Graffiti - auch nicht vom Boden bis zur Decke, sondern eine "Bauchbinde" in ca. 3,5 -4m Höhe gemalt werden, die zur Mitte des Tunnels hin langsam ausläuft. Das hat den Vorteil, einigermaßen "vandalismussicher" zu sein und erhöht außerdem in seinem formalen Anklang an Kirchenfresken den sakral-festlichen Charakter des gestalteten Raumes. Denkbar wären z. B. eine Salsa- und eine Tangoseite.

Ergänzt durch drei oder vier Kronleuchter - nicht zu fragil gestaltet, eher vom Schlosser als von Swarovski entsteht so mit einfachen Mitteln ein Festsaal ganz besonderer Art, der Radeltouristen staunen lässt. Wuppertal präsentiert damit unaufdringlich und sehr selbstverständlich seinen Facettenreichtum als weltoffene Stadt mitten im multikulturellen Viertel Nordstadt. Die Bemühungen des Vereins ?Unternehmer für die Nordstadt? um Aufwertung des Viertels werden unaufwändig und nachhaltig unterstützt. So entsteht im Tunnel ein ?Hauch von karibischem Gefühl?.

In Erweiterung des Tanztunnels ist denkbar, die angrenzende Grünfläche zwischen Dorrenbergtunnel und Mirker Bahnhof als "Ölbaumallee" mit Olivenbäumen auszubilden. Damit wird das Terrain als zur Nordstadt ("Ölberg?) gehörig ausgewiesen. Gedacht ist an eine Patenschaft der verschiedenen Migrantenvereine und ansässigen Kirchen und Moscheen für die einzelnen Olivenbäume, die zwar gegen Fröste resistent, aber dennoch pflegebedürftig sind.

Martin Beltz, Geschäftsführer von Leonhards Landschaftsbau, bestätigt auf Nachfrage, dass eingepflanzte Olivenbäume die heutigen bergischen Winter problemlos verkraften. Selbst stärkeren Frösten kann mittels Bläschenfolie unkomplizirt getrotzt werden. Ein Kontakt zum Verein "Unternehmer für die Nordstadt" wurde bereits aufgenommen.

Erste Eindrücke unter:

www.wdr.de/mediathek/html/regional/2008/10/02/lokw_01.xml

Idee und Konzept

Dajana Meier

dajana.meier@wuppertalbewegung.de

 


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